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    <title>Brückenwerk</title>
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    <description>Reflexionen und Gedankensplitter über Webdesign und Webtexte aus der Werkstatt des Brückenwerks</description>
    <language>de-de</language>
    <copyright>Brückenwerk, Tilman Pietzsch</copyright>
    <lastBuildDate>Tue, 06 Sep 2011 14:41:41 +0000</lastBuildDate>
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        <title>Der Kundennutzen </title>
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        <pubDate>Tue, 06 Sep 2011 14:41:41 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/der-kundennutzen#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Werbung]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/68/christina-maderthoner.jpg" width="210" height="137" alt="" class="klein" /> Der Kundennutzen ist der Heilige Gral des Marketings. Er gehört intensiv gesucht und gründlich erforscht. Im Gegensatz zum Heiligen Gral muss er zum Schluss auch noch schriftlich festgehalten werden. Die verbale Ausbeute dieser schweißtreibenden Bemühungen findet sich dann auf der Webseite. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/68/christina-maderthoner.jpg" width="210" height="137" alt="" class="klein" />  <i>Der Kundennutzen ist der Heilige Gral des Marketings. Er gehört intensiv gesucht und gründlich erforscht. Im Gegensatz zum Heiligen Gral muss er zum Schluss auch noch schriftlich festgehalten werden. Die verbale Ausbeute dieser schweißtreibenden Bemühungen findet sich dann auf der Webseite.  </i> <br />
<br />
Der Kundennutzen hat kurz, prägnant und möglichst auch einzigartig zu sein. Dem Leser sollte also in Sekundenschnelle klar sein: Hier bekommt er etwas angeboten, was er anderswo nicht oder so nicht bekommen kann. Gibt es das?<br />
<br />
Ich wundere mich immer wieder, wie man auf diese Wahnvorstellung ohne weiteres reinfallen kann. Und einmal reingefallen – einfallen tut einem dabei dennoch nicht sehr viel. Der nächste Arbeitsschritt besteht meist darin, dass die Webseiten der Konkurrenz durchsucht werden: Was schreiben die denn über den Kundennutzen? <br />
<br />
Was man dabei findet, ist häufig eine kleine Liste mit immerzu gleichen oder ähnlichen Punkten. Dazu gehören allerfeinste Allgemeinplätze wie: <br />
</p>
<ul>
  <li><i>&bdquo;Sie können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren, während wir X für Sie erledigen ....&ldquo;</i></li>
</ul>
<p></p>
<ul>
  <li><i>&bdquo;Sie bekommen bei uns alles aus einer Hand ...&ldquo;</i></li>
</ul>
<p></p>
<ul>
  <li><i>&bdquo;Wir liefern maßgeschneiderte Lösungen, die Ihren individuellen Anforderungen entsprechen .... &ldquo;</i></li>
</ul>
<p>
Damit niemand diese Punkte irgendwie verfehlt, gehört darüber eine google-taugliche fette Überschrift, die besagt, dass es sich hierbei um den Nutzen für den Kunden handelt. Als würde jemals jemand die Wendung &quot;Ihr Nutzen&quot; googeln (na gut, bis auf die Leute, die gerade ihren eigenen zu formulieren haben und nach Beispielen suchen).  <br />
<br />
Wie kommt es, dass es immer wieder so kommt? Merkt denn niemand, wie wenig attraktiv so etwas für den Leser ist? <br />
<br />
Man sollte dem Kundennutzen nicht so verkrampft hinterherjagen. Es kann nicht jede Leistung und jedes Produkt singulär sein, zumindest nicht in dem Sinn, dass man ihn in direkte Worte fassen könnte. Und forciert man es, kommen dabei Punkte wie in den obigen Beispielen heraus: Lauter Selbstverständlichkeiten, die anderswo in ähnlicher Form zu finden sind und einem dennoch immer wieder per Holzhammermethode beigebracht werden.  <br />
<br />
Wer möchte nicht den Vorhang beiseite schieben und das Fenster öffnen, wenn der taufrische Morgen dahinter lockt? So ähnlich sollte der Nutzen des Kunden aus dem übrigen Text hervorschimmern. Eine gute Beschreibung lässt den Leser seinen eigenen subjektiven und individuellen Nutzen erahnen. Neugierde und Wünsche erwecken – das kann man nicht mit der Holzhammer-Methode. <br />
    <hr /><br />
<br />
<i>Foto: Christina Maderthoner/pixelio</i></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/der-kundennutzen</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>Ohne Umwege hirnlos</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/ohne-umwege-hirnlos</link>
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        <pubDate>Tue, 19 Jul 2011 14:29:48 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/ohne-umwege-hirnlos#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Gekleckse]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/67/717339-juliaf-sxc.jpg" width="210" height="120" alt="" class="klein" /> Da verliert ein Journalist einige Worte über Achselhygiene und vergisst dabei, sein eigenes Gehirn einzuschalten. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/67/717339-juliaf-sxc.jpg" width="210" height="120" alt="" class="klein" /> <i>Da verliert ein Journalist einige Worte über Achselhygiene und vergisst dabei sein eigenes Gehirn einzuschalten. </i><br />
<br />
Nicht in einem beliebigen Klatschblatt, vielmehr in der Online-Ausgabe einer der größten Tageszeitungen steht die erschütternde Nachricht:  <br />
<br />
<i><b>&quot;Gerüche, sagen Duftforscher, sind die intensivsten Sinneseindrücke und produzieren die nachhaltigsten Erinnerungen – <b>weil sie direkt auf das limbische System wirken, ohne Umweg übers Gehirn</b>&quot;.<br />
<i><a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article13495062/Bac-brachte-den-Deutschen-die-Achselhygiene.html" rel="nofollow">(Die Welt)</a></i><br />
</b></i><br />
<br />
Handelt es sich um eine bahnbrechende Entdeckung erwähnter Duftforscher, die dahintergekommen sind, dass das limbische System ganz anderswo ist als bislang angenommen? Bloß wo zum Kuckuck nochmal, in der Nase? In der Kniekehle? Im Dünndarm? <br />
<br />
Offen bleibt dabei, was dann mit dem Klumpen mitten im Gehirn ist, den man bislang für das limbische System gehalten hat. Ist es vielleicht fürs Schreiben weitgehend intuitiv verfasster Zeitungsartikel zuständig? <br />
<hr /><br />
<i>Foto: juliaf/sxc.hu</i></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/ohne-umwege-hirnlos</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>Pssst ...</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/pssst</link>
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        <pubDate>Tue, 14 Jun 2011 21:37:33 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/pssst#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/66/s-hofschlaeger-schweigen.jpg" width="210" height="137" alt="" class="klein" /> Jedem von uns kann es passieren, dass man mal für eine Weile, sei es eine Minute oder mehr, gar nichts sagt. Ich bin mir sicher, dass auch der japanische Ministerpräsident manchmal still sein wird, ohne dass man ihm gleich eine Schweigeminute unterschieben müsste. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2011/06/zettels-meckerecke-wie-der.html" rel="nofollow">Einem Blog</a> entnehme ich den Wortlaut folgender dpa-Meldung: <br />
<br />
<i><b>Drei Monate nach dem Mega-Erdbeben mit Tsunami und der folgenden Atomkatastrophe in Fukushima hat Japan seiner tausenden Opfer gedacht. Premierminister Naoto Kan legte eine Schweigeminute ein. ...<br />
 </b></i><br />
<br />
Mich interessiert hier vor allem die Schweigeminute. Wie geht so etwas vor sich? Eine Person steht irgendwo und schweigt, und unter besonderen Umständen wird eine Schweigeminute daraus? Nicht doch. Alleine kann man nur einfach nur still sein, auch wenn man ein Ministerpräsident ist. Eine Schweigeminute ist eine zwingend kollektive Angelegenheit.<br />
<br />
Was meinen Sie, liebe Leser? Im Zweifelsfall legen Sie ruhig eine Schweigeminute ein, bevor Sie sich entscheiden ...<br />
<br />
<hr /><br />
<i>Foto: S.Hofschlaeger/pixelio.de </i></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/pssst</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>Völlig geplättet</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/voellig-geplaettet</link>
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        <pubDate>Fri, 10 Jun 2011 19:41:46 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/voellig-geplaettet#kommentare</comments>
        <dc:creator>Tilman Pietzsch</dc:creator>
        <category><![CDATA[Werbung]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/65/509319-r-k-by-birgit-meyke-pixelio-k.jpg" width="210" height="157" alt="" class="klein" />Es ist doch immer wieder verwunderlich, was die Werbung uns an Körperpflegemitteln andrehen will, gegen die jeder Jungbrunnen echt alt aussehen würde. Interessant wird es allerdings, wenn man so auf Schlagwörter fixiert ist, dass man sie unbedacht anwendet. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p>Zum Glück bin ich als Mann absolut immun gegen jegliche Werbung, die mir eine Verzögerung oder gar ein Ende des optischen Alterungsprozesses verspricht. Ich trage mein Falten mit einem gewissen Stolz.<br />
<br />
Dennoch musste ich neulich bei solch einem Werbespot aufhorchen. Da bekannte sich TV-Moderatorin Frauke Ludowig zu Oil Of Olaz mit dem bemerkenswerten Satz:<br />
<br />
<i>&bdquo;Für jedes Anti-Aging-Problem gibt es eine Creme.&ldquo;</i><br />
<br />
Kurz, knapp und bündig auf den Punkt gebracht, möchte man meinen. Selbst ein gängiges Schlagwort steckt in dem Satz. Allerdings frage ich mich, was ein Anti-Aging-Problem ist. Dass Frauen mit Alterung (engl. <i>aging</i>) ein Problem haben, ist ja nichts Neues. Doch warum hat Frau Ludowig ein Problem mit Anti-Alterung?<br />
<br />
Das hat man nun davon, wenn man englische Begriffe mit solch einer Selbstverständlichkeit nutzt, dass man sich noch nicht einmal mehr die Mühe macht, sie zu übersetzen. Dann wäre der Lapsus nämlich sofort aufgefallen.<br />
<br />
Es ist schon echt ein Fluch mit den Schlagwörtern. Das Aging-Problem würde vermutlich von der Hälfte der Zuschauer nicht verstanden werden. Ohne Anti-Aging hätte man den Sinn der Creme fast verschwiegen und auf ein wunderschönes Schlagwort verzichtet. Und wenn man das Problem nicht erwähnt, wird die ganze Creme sinnlos.<br />
<hr /><br />
<i>Foto: Birgit Meyke, pixelio.de</i></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/voellig-geplaettet</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>Und da war dann noch ...</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/und-da-war-dann-noch</link>
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        <pubDate>Fri, 04 Mar 2011 20:38:54 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/und-da-war-dann-noch#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/64/lapsus2.jpg" width="160" height="80" alt="" class="klein" /> ... der in diesen Tagen vielzitierte Satz des frisch gekürten Innenministers, der die politisch korrekten Gemüter ganz schnell hochkochen ließ: [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><i>... der in diesen Tagen vielzitierte Satz des frisch gekürten Innenministers, der die politisch korrekten Gemüter ganz schnell hochkochen ließ:     </i><br />
<br />
<i><b><br />
&quot;Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt&quot;<br />
<i><a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc%7EEDA2D4B0791754CD48D9AC39A845E8EAE%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" rel="nofollow">(Quelle)</a></i> </b></i><br />
<br />
Es ist zwar alles schon gesagt worden dazu, wenn auch vielleicht noch nicht von allen. Aber eine durch und durch unpolitische Absonderlichkeit ist noch nicht erwähnt worden, und das holen wir hier nach. <br />
<br />
<b>Tatsachen müssen nicht belegt werden. <br />
Eine Tatsache, die sich nicht belegen lässt, ist nämlich keine. <br />
Sondern nur eine bloße Behauptung. <br />
</b></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/und-da-war-dann-noch</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>Wann ist man Oma?</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/wann-ist-man-oma</link>
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        <pubDate>Sat, 12 Feb 2011 22:29:04 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/wann-ist-man-oma#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Gekleckse]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/63/handbag-shecat.jpg" width="170" height="121" alt="" class="klein" /> Dumme Frage. Omas sind Omas, weil sie Enkelkinder haben. Oder zumindest ein Enkelkind. Das ist nun mal ihr definierendes Merkmal, sonst steht ihnen die Bezeichnung nicht zu. Wer soll sie Oma nennen, wenn nicht die eigenen Enkelkinder? Logisch, oder? [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/63/handbag-shecat.jpg" width="170" height="121" alt="" class="klein" /> <i>Dumme Frage. Omas sind Omas, weil sie Enkelkinder haben. Oder zumindest ein Enkelkind. Das ist nun mal ihr definierendes Merkmal, sonst steht ihnen die Bezeichnung nicht zu. Wer soll sie Oma nennen, wenn nicht die eigenen Enkelkinder? Logisch, oder?</i><br />
<br />
Weit gefehlt. Alle dürfen das tun, einfach alle, vorausgesetzt, die Frau ist nicht mehr jung und auch nicht auf jung aufgehübscht.  <br />
<br />
Der Anlass meiner Empörung ist ein kleines Youtube-Video, das sich wie zu besten Sauere-Gurken-Zeiten seinen Weg in alle Medien gefunden hat, ein Seitenfüller, als hätte es gar keine Revolution in Ägypten gegeben. Sechs Männer in der englischen Stadt Northhampton waren gerade dabei, ein Schmuckgeschäft auszuräuben. Sie gingen wohl etwas stümperhaft zu Werke, denn eine Passantin in der Nähe merkte ihr Vorhaben und attackierte die Räuber mit ihrer Handtasche derart entschlossen, dass sie flüchteten. <br />
<br />
Und hier nun die Titel der führenden deutschsprachigen Online-Medien:<br />
<br />
<i><b>Der Spiegel: <br />
<a href="http://www.spiegel.de/video/video-1107855.html" rel="nofollow"><i>&bdquo;Oma schlägt Räuber mit Handtasche in die Flucht&ldquo;</i> </a><br />
<br />
Die Welt: <br />
<a href="http://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article12480034/Resolute-Oma-schlaegt-Raeuberbande-in-die-Flucht.html" rel="nofollow"><i>&bdquo;Resolute Oma schlägt Räuberbande in die Flucht&ldquo;</i></a> <br />
<br />
BILD, in typischem BILD-Sprech die schmückende Zusammensetzung:  <br />
<a href="http://www.bild.de/BILD/video/clip/news/vermischtes/2011/02/08/oma-schlaegt-raeuber-in-die-flucht.html" rel="nofollow"><i>&bdquo;Handtaschen-Oma schlägt sechs Räuber in die Flucht&ldquo;</i></a><br />
<br />
FAZ: <br />
<a href="http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E2BA23D8F195C4143B4316F0186001F45~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="nofollow"><i>&bdquo;Supergranny vertreibt Räuber mit Handtasche&ldquo;</i><br />
</a><br />
</b></i><br />
<br />
Von einer solchen &quot;Oma&quot; ahnt man einiges: Sie kleidet sich nicht modisch, trägt keine hochhackigen Schuhe, kein Bauarbeiter pfeift ihr vom Gerüst nach, sie hat keinen männlichen Begleiter dabei, unter Umständen braucht sie eine Gehhilfe und es könnte sein, dass ihren Knochen die Osteoporose sichtlich zugesetzt hat. Nur eines weiß man von ihr nicht: Ob sie Enkelkinder hat, die sie mit Fug und Recht &quot;Oma&quot; nennen dürfen. <br />
<br />
Während man sich allenthalben verbal verrenkt, um der Sprache weibliche Formen von Berufsbezeichnungen abzutrotzen – und sei es auf Kosten der Lesbarkeit und des gesunden Sprachempfindens -, erlaubt man sich älteren Frauen gegenüber eine ausgesprochene Geschmacks- und Respektlosigkeit, indem man sie  &quot;Oma&quot; tituliert. Nicht &quot;ältere Dame&quot;, nicht &quot;Seniorin&quot;, nicht einfach was sie sind, nämlich &quot;eine Frau&quot;.  <br />
   <br />
Für den Fall, dass mir das jemals passieren sollte, muss ich mir beizeiten eine entsprechend wuchtige Handtasche besorgen ... um damit so richtig herzhaft zuschlagen zu können. <br />
<hr /><br />
<i>Foto: SheCat, sxc.hu</i></p>]]></content:encoded>
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    </item> 
    <item>
        <title>Behördliche Nabelschau</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/behoerdliche-nabelschau</link>
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        <pubDate>Fri, 11 Feb 2011 12:48:05 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/behoerdliche-nabelschau#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Gekleckse]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/62/genehmigt-benjamin-klack.jpg" width="170" height="120" alt="" class="klein" /> Ort: Eine Straßenkreuzung in Wien, an der ich häufig vorbeifahre und bei Rot stehen bleibe. Dort ist ein Schild an einem Zaun befestigt. Immer wieder nehme ich mir vor, das nächste Mal den Fotoapparat mitzunehmen. Soweit ist es noch nicht gekommen, aber immerhin habe ich mir nun den Inhalt erfolgreich gemerkt. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/62/genehmigt-benjamin-klack.jpg" width="170" height="120" alt="" class="klein" /> <i>Ort: Eine Straßenkreuzung in Wien, an der ich häufig vorbeifahre und bei Rot stehen bleibe. Dort ist ein Schild an einem Zaun befestigt. Immer wieder nehme ich mir vor, das nächste Mal den Fotoapparat mitzunehmen. Soweit ist es noch nicht gekommen, aber immerhin habe ich mir nun den Inhalt erfolgreich gemerkt: </i><br />
<br />
<br />
<i><b>Dieser Weg wird bei Schneelage nicht gesäubert und bei Glatteis nicht gestreut. <br />
<br />
<i>Genehmigt von (Magistratsabteilung nn)</i> </b></i><br />
<br />
Danke auch für die Aufklärung, denke ich mir, bezüglich dessen, was die Behörde <b>nicht</b> tut. Was nun dabei eigentlich genehmigt wurde, das Nichtstreuen und Nichtsäubern oder das Schild oder vielmehr dessen Anbringung, all dies bleibt unerwähnt. Zum Glück interessiert es auch keinen außer der Behörde selbst.  <br />
<br />
Auf den ersten Blick ist der Text Behördendeutsch von der schönsten Sorte, unpersönlich und unhöflich, aber mehr oder weniger korrekt. Mehr oder weniger – denn sollte eigentlich nicht das mitgeteilt werden, was der Bürger tun sollte, anstatt das, was die Behörde aus nur ihr bekannten Gründen nicht tut? Oder geht es darum, die bürgereigenen grauen Zellen dazu zu animieren, aus dem verkündeten Nichttun seitens der Behörde das eigene Tun abzuleiten, um nicht auf die Nase zu fallen?     <br />
<br />
Wie leicht wäre es doch, so zu schreiben:  <br />
<br />
<i><b>Liebe Bürger, bitte benutzen Sie diesen Weg vorsichtig bei Schnee und Glatteis, weil er weder gestreut noch gesäubert wird. </b></i><br />
<br />
Die Ansprache &quot;Liebe Bürger&quot; und das geradezu schmeichelnde &quot;bitte&quot; sind natürlich nichts als Ausgeburt meiner Phantasie. Die Hinwendung wäre zwar ganz im Sinne der vielgelobten Bürgernähe und einer Freundlichkeit, die die Steuerzahler eigentlich verdienen – aber wer erwartet das schon.  <br />
<hr /><br />
<i>Foto: Benjamin Klack/pixelio.de</i></p>]]></content:encoded>
        <wfw:commentRss>http://www.brueckenwerk.de/feeds/behoerdliche-nabelschau</wfw:commentRss>
    </item> 
    <item>
        <title>&quot;Wir leben Hosen&quot;</title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/wir-leben-hosen</link>
        <guid isPermaLink="false">http://www.brueckenwerk.de/artikel/wir-leben-hosen</guid>
        <pubDate>Thu, 20 Jan 2011 21:03:41 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/wir-leben-hosen#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Werbung]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/61/hose-stihl024pix.jpg" width="170" height="110" alt="" class="klein" /> Auch ich habe eine Lieblings-Jeansmarke. Die Hosen kneifen nirgendwo, sie nehmen Rücksicht auf reale wie eingebildete Problemzonen, den Reißverschluss bekomme ich ohne Milzquetschung zu, die Normalgröße ist nicht 20 Zentimeter länger als meine Beine – was will frau mehr? [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2011/61/hose-stihl024pix.jpg" width="170" height="110" alt="" class="klein" /> <i>Auch ich habe eine Lieblings-Jeansmarke. Die Hosen kneifen nirgendwo, sie nehmen Rücksicht auf reale wie eingebildete Problemzonen, den Reißverschluss bekomme ich ohne Milzquetschung zu, die Normalgröße ist nicht 20 Zentimeter länger als meine Beine – was will frau mehr? <br />
</i><br />
<br />
So kam es, dass ich mich aus lauter Neugierde auf die Webseite des Herstellers verirrte - passt sie so gut wie die Hosen? Lesen Sie selbst, zunächst den Claim, der auf jeder Seite erscheint: <br />
<br />
<i><b>Wir leben Hosen<br />
weil wir Hosen lieben<br />
und Sie </b></i><br />
<br />
Wie? Hosen leben - wie geht das bitte? Und ist das ansteckend? Auf der Suche nach einer Erklärung für diese merkwürdige Aussage finde ich folgende Zeilen: <br />
<br />
<i><b>Unsere Mitarbeiter arbeiten nicht für <i>(Firmenname)</i>, sie sind <i>(Firmenname)</i>. Sie bilden das  Herz, das bei jedem Schritt zur Hose schlägt. </b></i><br />
<br />
Mitarbeiter als das Herz des Unternehmens zu bezeichnen entspricht einer gängigen Metapher und überfordert keinen Leser. Aber bei den Schritten und Schlägen wird es zunehmend heikel. Hier hätte sich der Texter entscheiden müssen, ob er beim Bildhaften (beim Herzen) bleibt oder zum Konkreten (zu den Mitarbeitern) zurückkehrt. Statt dessen wird uns eine atemberaubende Mischung aufgetischt:  Das Herz macht Schritte (wie die Mitarbeiter) und dennoch schlägt es (wie ein Herz). <br />
<br />
Der Ausdruck &quot;zur Hose schlägt&quot; versetzt dem ohnehin zweifelhaften Sinn des Satzes den Gnadenstoß. Ich weiß nicht mehr, ob ich den kleinen nachgeschobenen Satz als Geständnis oder Entschuldigung verstehen sollte: <br />
<br />
<i><b>Bei uns werden Hosen gelebt. <br />
</b></i><br />
<br />
Was soll ich sagen ... ich bin überwältigt, das Herz schlägt mir zur Hose. <br />
<hr /><br />
<i>Foto: stihl024/pixelio</i></p>]]></content:encoded>
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        <title>Manipulative Grammatik </title>
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        <pubDate>Thu, 09 Dec 2010 13:31:48 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/manipulative-grammatik#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2010/60/pix-dieterschuetz.jpg" width="170" height="146" alt="" class="klein" /> Was man sagt, ist nur die halbe Miete. Wie man es sagt, die Form, in die man die Aussage gießt,  bestimmt die Interpretation. Und dazu kommt noch etwas Gewichtiges: Das, was man nicht sagt. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2010/60/pix-dieterschuetz.jpg" width="170" height="146" alt="" class="klein" /> <i>Was man sagt, ist nur die halbe Miete. Wie man es sagt, die Form, in die man die Aussage gießt,  bestimmt die Interpretation. Und dazu kommt noch etwas Gewichtiges: Das, was man nicht sagt.</i>    <br />
<br />
Spiegel Online betitelt ein Video wie folgt: <br />
<br />
<i><b>&quot;Nach Raketenbeschuss: Israel bombardiert Gaza-Streifen&quot;</b></i><br />
<br />
Und was tut der Leser? Er muss das grammatische Grundgerüst, das die Aussage trägt, identifizieren: Subjekt, Objekt, Prädikat. Grammatisches Subjekt, Träger der Handlung und damit Täter: Israel. Grammatisches Objekt, Erleider der Aktion und damit Opfer: der Gaza-Streifen. Das Prädikat ist hier das Verb, das die Handlung beschreibt: <i>&bdquo;bombardiert&ldquo;</i>. Fertig ist die Meldung und die perfide Meinungsmache fällt kaum auf.   <br />
<br />
Denn die zusätzliche adverbiale Angabe (<i>&bdquo;Nach Raketenbeschuss&ldquo;</i>) modifiziert den Inhalt nur noch geringfügig. Am Rande nimmt man zur Kenntnis: Aha, da ist also davor irgendwie ein Raketenbeschuss gewesen. Wer schoss die Rakete ab und wer sind die Erleider des Beschusses – das erfährt man nicht. <br />
<br />
Das grammatische Privileg, Subjekt und Objekt zu benennen, steht einer schlichten Adverbialangabe nicht zur Verfügung - es sei denn, man erweitert diese Angabe zu einem Teilsatz (<i>&bdquo;Nachdem die Hamas Israel erneut unter Raketenbeschuss nahm, ...&ldquo;</i>). Das tat der Schreiber jedoch nicht. Und so kommt es, dass bei dieser Formulierung auch die Interpretation <i>&bdquo;Israel beschießt Gaza-Streifen mit Raketen und bombardiert ihn danach&ldquo;</i> nicht ausgeschlossen ist.  <br />
<br />
Man könnte einwenden: Kontext ist alles. Und wer die Vorgänge im Nahen Osten kennt, dem ist klar, woher die Raketen kommen und wer sie abschießt. Dem ist aber nicht ganz so. Zur Manipulation gehört auch, dass uns dieser Kontext zunehmend entzogen wird. Es stimmt mehr als nachdenklich, dass der aktuelle bzw. erneute Raketenbeschuss der Presse keiner Meldung wert war. <br />
<br />
<hr /><br />
<i>Foto: Dieter Schütz/pixelio.de</i></p>]]></content:encoded>
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        <title>Sein und Schein     </title>
        <link>http://www.brueckenwerk.de/artikel/sein-und-schein</link>
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        <pubDate>Tue, 07 Dec 2010 23:57:59 +0000</pubDate>
        <comments>http://www.brueckenwerk.de/artikel/sein-und-schein#kommentare</comments>
        <dc:creator>Anna Fuhrmann</dc:creator>
        <category><![CDATA[Text]]></category>
        <category><![CDATA[Gekleckse]]></category>
        <description><![CDATA[<img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2010/59/knoten-birgith.jpg" width="170" height="123" alt="" class="klein" />Hier und da ein kleines hübsches Adverb kann ja nicht schaden, es macht das Geschriebene lebhafter und genauer. Es sei denn, die Verhübschung gerät etwas aus den Fugen und der Sinn geht verloren. Da kann man dann nach dem Sinn suchen, bis sich die Gehirnwindungen verknoten - er ist dahin. Wie das geht? Lesen Sie doch weiter. [...]]]></description>
        <content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.brueckenwerk.de/weblog/2010/59/knoten-birgith.jpg" width="170" height="123" alt="" class="klein" /> <i>Hier und da ein kleines hübsches Adverb kann ja nicht schaden, es macht das Geschriebene lebhafter und genauer. Es sei denn, die Verhübschung gerät etwas aus den Fugen und der Sinn geht verloren. Da kann man dann nach dem Sinn suchen, bis sich die Gehirnwindungen verknoten - er ist dahin. Wie das geht? Lesen Sie doch weiter.     <br />
</i><br />
<br />
Hm, Wikileaks allerorten, als gäbe es kein Morgen und keine wirklich wichtigen Nachrichten. Aber gut, nicht darüber wollte ich meckern sondern wieder einmal über schlampig Formuliertes in der Online-Berichterstattung. Spiegel Online meint in der heutigen Ausgabe:  <br />
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<i><b>&quot;Die Plattform hat sich für den Krisenfall gerüstet. In Wahrheit scheint sie stärker denn je.&quot;</b></i><br />
<br />
Also was nun, liebe Spiegel-Autoren: <b>Scheint</b> die Plattform nur stärker denn je zu sein oder <b>ist</b> sie es wahrhaftig und wirklich? Was auch immer zutrifft, ich werde es mit Fassung tragen. Aber entscheidet euch und streift die Floskeln ab, die den Sinn trüben. Und das in Wahrheit, nicht nur scheinbar. <br />
<br />
<hr /><br />
<i>(Quelle: <br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,733370,00.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,733370,00.html</a><br />
Foto: BirgitH, pixelio.de)<br />
</i></p>]]></content:encoded>
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