

... das fragen sich des öfteren Spezialisten für Internet-Marketing und stellen dabei Vermutungen über die Internet-Gewohnheiten von Alten an, die einem Menschen jenseits von 50 oder gar 60 die Schamesröte ins Gesicht sowie die stille Wut in die Eingeweide treiben.
Ja wo sind sie denn alle, die Grufties, wenn sie im Internet sind, wo und was und wie könnte man ihnen am besten andrehen? Klar: sie werden sich wohl auf Gesundheitsportalen tummeln, um ihren Bedarf an Stützstrümpfen, Gesundheitsunterwäsche sowie Seh-, Hör- und Gehhilfen auf zeitgemäße Art und Weise zu decken. Und haben sie sich einmal für die Welt der Jungen da draußen entsprechend gerüstet, dann begeben sie sich auf Einkaufstour oder auf die Suche nach Seniorenreisen.
So zumindest stellen sich das junge Marketing-Leute vor, die für die möglichst effektive Geldbörsenerleichterung der Alten per Internet zuständig sind. Sie infantilisieren ihre Altvorderen, und schreiben ihnen lediglich zwei Grundbedürfnisse zu: ihren gebrechlichen Körper halbwegs in Schuss zu halten und falls dies gelingt, ihren noch nicht erweichten Hirnanteil auszuschalten, um sich zu amüsieren, wobei sie sich möglichst in entsprechende Reservate begeben und hübsch untereinander bleiben sollten.
Körperliche Bedürfnisse und unterhalten werden: Säuglinge reduziert man häufig auf diese zwei Anliegen. Nur sehen sie dabei wesentlich schnuckeliger aus, so dass man sie auch liebhaben kann, und außerdem können sie sich auch nicht dagegen wehren.
Das Bewusstsein von Diversität, auch Vielfalt genannt, ist ein fester Bestandteil bei der gedanklichen Steuerung politisch korrekten Verhaltens. Geht es um unterschiedliche Völker und Rassen, nickt jeder artig, man lernt schließlich schon in der Schule, was sich gehört. Diese Vielfalt versagt man Menschen, wenn sie älter und gar alt werden.
Dass Altsein ein Makel ist, merkt man auch daran, dass „alt“ in jeder sprachlichen Erscheinungsform zu einem gemiedenen Wort wurde. Diesbezügliche Euphemismen können gar nicht so schnell neu entstehen, wie sie schon wieder mit „alt“ gleichgesetzt und in der Folge gemieden werden. Aber das wird wohl einen neuen Blogbeitrag füllen - vorausgesetzt, ich finde davor ein Mittelchen im Internet, das meine müden grauen Zellen dafür aufrüstet ...
Von Anna Fuhrmann am 13. November 2009, 15:09 Uhr veröffentlicht | 418 mal gelesen
Themen: Gekleckse | Werbung
