Wir basteln uns ein Blog - Teil 1

Mit vorgefertigter Open Source waren wir noch nie zufrieden: Ein undurchdringliches Gewurschtel von Buttons, Links und Funktionen im Administrations-Bereich, ein durch den massiven Script-Einsatz quälend langsamer Seitenaufbau, dazu oftmals noch fehlerbehaftet. Nein, das hätten wir unseren Kunden schon nicht antun können und für uns selber wollten wir es genauso wenig.

Also ging es ans Planen. Was macht ein gutes Blog aus? Was können wir besser machen? Leichtfüßig sollte es werden, möglichst ohne Einsatz von Java Script, damit man es von jedem Rechner lesen und bearbeiten kann. Benutzer- und Suchmaschinenfreundlichkeit sollten selbstverständliche Bestandteile sein.

Ein weiterer Anspruch war der Bedienkomfort: Von MS Word sind wir gewöhnt, dass Zollzeichen still und heimlich in typografisch korrekte Anführungszeichen umgewandelt werden und dass Aufzählungen automatisch als solche erkannt und formatiert werden. Das muss doch irgendwie ohne viel Script-Hokuspokus umzusetzen sein.

Bei den Formatierungsmöglichkeiten haben wir ordentlich den Rotstift angesetzt: Was nicht benötigt wird, wird auch nicht implementiert. Wozu brauchen wir zig verschiedene Schriftformen, -größen und -farben, wenn das Corporate Design auf zwei Schriftgrößen, zwei Überschriften und zwei Farben ausgelegt ist? Und da diese Formatierungen eh schon im Stylesheet vorgegeben sind, können wir auch einfach auf die vordefinierten Klassen zurückgreifen.

Rauchende Köpfe gab es vor allem bei der Navigation. In der Regel hat ein Blog lediglich eine Themenliste. Bei mehreren Hundert oder gar Tausend Artikeln hilft es allerdings zur Auffindung herzlich wenig, wenn man nur ein Thema auswählen kann. Dass sich ein Artikel mehreren Themen zuordnen lässt, ist zunächst auch kein ernsthafter Vorteil. Wie unzureichend eine herkömmliche Blog-Navigation ist, wird spätestens an Krücken wie Tag Clouds deutlich. Hand auf's Herz: Was ist eine Tag Cloud anderes als eine weitere Themenliste, in der Prioritäten durch Schriftgrade dargestellt werden?

Im nächsten Teil werden wir uns einzelne Bereiche eines Blogs und ihre Schwachstellen genauer ansehen. Wir werden unsere Lösungsansätzen nicht als Betriebsgeheimnisse verstecken und auch den einen oder anderen Fetzen PHP in den kommenden Teilen veröffentlichen.

Von Tilman Pietzsch am 25. Juni 2009, 03:51 Uhr veröffentlicht | 420 mal gelesen
Thema: Code

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Kommentare

Geschrieben von Mr. Mark am 30. Juni 2009, 12:08 Uhr:


Das ist ein interessantes Thema. Wordpress ist meistens oversized. Wann geht es weiter und gibt es die Source auch zum Download?

Geschrieben von Tilman am 30. Juni 2009, 12:51 Uhr:


Der nächste Teil folgt in den kommenden Tagen, weitere Teile in den nächsten Wochen. Ein bisschen Spannung darf sein ;-)

Die kompletten Quellen wird es nicht zum Download geben, denn damit würden wir uns ja geschäftlich selber schädigen. Es wird aber ein paar PHP-Schnipsel sozusagen als Anregung geben.

Der Artikel soll letztendlich keine komplette Nachbauanleitung sein, sondern soll zeigen, dass sich mit etwas Überlegung wesentlich bessere und zudem schlankere Redaktionssysteme selber programmieren lassen. Was wir hier bereitstellen (werden), ist eine Inspirations- und Starthilfe.


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