

„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“
Diesen Spruch habe ich letztens irgendwo im Web gelesen und er verleitete mich nun dazu, das einmal auszuprobieren: Es hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert, bis ich das Glas von der Uhr entfernt hatte und nun sind auch noch die Zeiger krumm.
Manche mögen jetzt meinen, es läge einfach an meinem technischen Ungeschick, doch gegen solche Behauptungen wehre ich mich. Sie würde zu sehr an meiner Bastler-Ehre kratzen. Daher lasse ich mich bestenfalls auf die Feststellung ein, dass die Uhr daran Schuld ist.
Aber nehmen wir statt der Uhr (die ist nun eh kaputt) mal den Spruch genauer unter die Lupe: Sparen ist gut und wichtig. Das haben mir schon meiner Eltern verzweifelt versucht, beizubringen. Als Unternehmer habe ich jedoch gelernt, jede Aussage zu hinterfragen. Auch oder vielmehr gerade die, die ich man seit seiner Kindheit als gegeben hingenommen hat.
Sorgfältige Budgetverwaltung ist eine notwendige Eigenschaft für jeden Unternehmer, sofern er den Anspruch hat, erfolgreich sein zu wollen. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verwechseln viele Vorsicht mit Ängstlichkeit und fangen an, unüberlegt zu sparen. Leider nimmt die Wirtschaft darauf keine große Rücksicht. Im Gegensatz zu der berühmten Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, herrscht hier ein ganz einfacher Grundsatz: Der Kunde muss zuerst da sein.
Keine Werbung = keine Neukunden = keine neuen Aufträge. Diese Gleichung ist so einfach, dass sie völlig ohne Nachkommastellen aufgeht.
Bänkern und Investoren wird hingegen sogar nachgesagt, sie wären Rechengenies oder sie hätten zumindest einen Taschenrechner in der Schreibtischschublade. Welchem der beiden Unternehmen würden diese Leute finanziell wohl eher unter die Arme greifen:
Wenn Sie hier der Meinung sind, Unternehmen B wäre die richtige Antwort, sollten Sie sich zumindest gründlich überlegen, ob Sie sich jemals bei Günther Jauch zu Wer wird Millionär bewerben.
Was das Huhn und das Ei betrifft: Darüber dürfen sich die Gelehrten gerne weiter streiten.
Von Tilman Pietzsch am 03. Juni 2009, 02:18 Uhr veröffentlicht | 434 mal gelesen
Thema: Werbung
Geschrieben von Mario Gaa am 03. Juni 2009, 20:16 Uhr:
