Quickies auf Irrwegen

„Quickie-Ideas“ - so benennt eine ernsthafte Beraterfirma die preiswerteste, weil kürzeste Beratungsvariante in seiner Leistungspalette. Man ist ja inzwischen abgehärtet: wenn es pfiffig-individuell sein soll, erscheint den meisten Leuten die eigene Muttersprache viel zu farblos.

Aber ein Quickie bleibt ein Quickie, zumindest für deutsche Leser, auch im Business-Kontext. Wikipedia listet zwar auch folgende sekundäre Bedeutungsvariante:

Als salopper Ausdruck im erweiterten Sprachgebrauch bezeichnet ein Quickie eine im Vergleich zur üblichen Zeitdauer verkürzte Aktion.



und auch Google listet für „Quickie-Ideas“ einiges an unverfänglichen Kontexten ohne sexuelle Implikationen. Es sind aber ausnahmslos englischsprachige Webseiten, denn wir 08/15-Muttersprachler des Deutschen kennen meist die primäre, nicht erweiterte Bedeutung von englischen Vokalbeln.

Denn Hand aufs Herz: fallen Ihnen bei „Quickie“ irgendwelche Aktionen im Sinne eines erweiterten Sprachgebrauchs ein, oder doch zuerst ein ein - hm, ja, doch: ein Quickie? Nur folgerichtig, dass Google die verknüpften Suchbegriffe „Quickie + Ideen“ ausschließlich mit Seiten belohnt, die sich mit der beschleunigten Variante der schönsten Nebensache der Welt befassen.

Ein Glück, dass akut paarungswillige Kandidaten durch die restlichen Texte rechtzeitig abgeschreckt werden.

Von Anna Fuhrmann am 11. Februar 2010, 18:06 Uhr veröffentlicht | 229 mal gelesen
Zuletzt bearbeitet am 12. Februar 2010, 22:33 Uhr
Thema: Text

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